Warum ist das bloße Einlesen einer Karte in das Modell noch keine BIM-GIS-Integration?
Wir können ein sehr genaues, parametrisiertes Gebäudemodell erstellen. Jede Wand, jede Tür, jeden Balken und jedes Gerät beschreiben. Ist das Modell jedoch nicht korrekt auf das Grundstück, das Gelände und die Infrastruktur bezogen, bleibt es ein hervorragend ausgearbeitetes Objekt … das sich in einem informativen Vakuum befindet.
BIM gibt Aufschluss darüber, was wir entwerfen und wie ein Objekt aufgebaut ist. GIS hingegen zeigt, wo sich dieses Objekt befindet und in welchem räumlichen Kontext es steht.
GIS arbeitet auf der Ebene von Grundstücken, Städten und Regionen. Es vereint Informationen über das Gelände, Grundstücksgrenzen, Straßen, Versorgungsnetze, die Umwelt sowie die bestehende Bebauung. BIM geht deutlich tiefer – bis hin zu den einzelnen Gebäudekomponenten und deren Eigenschaften. Erst die Verbindung beider Perspektiven ermöglicht es, ein Projekt in seinem tatsächlichen Kontext zu analysieren.
Die Integration beginnt nicht mit dem Import einer Datei
Einer der häufigsten Fehler besteht darin, die BIM-GIS-Integration darauf zu reduzieren, eine Karte als Hintergrundbild einzuladen. Dabei ist einer der wichtigsten und zugleich am häufigsten übersehenen Aspekte bei der Integration beider Umgebungen Georeferenzierung.
Wie gehen wir dabei konkret vor?
Bei Rex-Bud nutzen wir GIS zur Aufbereitung von räumlichen Daten, noch bevor wir mit der eigentlichen Modellierung beginnen. Wir verknüpfen geodätische und räumliche Daten – darunter Grundstücksgrenzen, Höhenlinien, Höhenpunkte, Straßen, bestehende Bebauung, Versorgungsnetze sowie Orthofotos. Wir überprüfen deren Aktualität und Koordinatensystem und bringen sie anschließend in ein gemeinsames, vereinbartes Bezugssystem.
Auf dieser Grundlage erstellen wir ein digitales Geländemodell, mit dem sich Höhenwerte, Gefälle, Hangneigungen sowie die Beziehung des Bauvorhabens zu seiner Umgebung analysieren lassen.
Je nach Bedarf bereiten wir Folgendes vor:
Was bringt uns ein solcher Arbeitsablauf?
Vor allem entsteht das Modell nicht losgelöst von der Realität. Schon zu Beginn des Projekts können wir überprüfen:
In unseren Projekten dienen GIS-Daten zur Erstellung von 3D-Geländemodellen sowie von Kataster- und Infrastrukturunterlagen, die anschließend in die BIM-Umgebung unserer Planungsabteilung übernommen werden.
Das ist realistisch und wiederholbarer BIM-GIS-Workflow, das die Analyse des Grundstücks verkürzt, die Qualität der Eingabedaten verbessert und es ermöglicht, das Projekt mit dem richtigen räumlichen Kontext zu beginnen.
Zusammenfassung
Als Planungs- und Bauunternehmen, Mitglied von buildingSMART Polska und Teilnehmer am „Porozumienie Wykonawców dla BIM“ betrachten wir die Integration von BIM und GIS in erster Linie unter dem Gesichtspunkt der Interoperabilität.
Es geht nicht darum, den gesamten Prozess in einem einzigen Programm abzuschließen. Es geht darum, dass die Daten ihre Bedeutung, Genauigkeit und Position beim Austausch zwischen verschiedenen Umgebungen und offenen Formaten beibehalten.
BIM beschreibt ein Gebäude sehr genau.
Erst durch die Integration in ein GIS lässt es sich in die Realität einbetten.
Fachliche Bearbeitung: Martyna Brożek, Architektin / BIM-Koordinatorin